Denn die Liebe

ist das Wichtigste.
 

Es war einmal ein kleines Mädchen


  

Es war einmal ein sensibles, kleines Mädchen. Es zeichnete viel, verschwand gerne in fantasievollen Geschichten und liebte Tiere, aber der Leistungsdruck in der Schule, Zuhause und in der Schule gefallen zu wollen, nicht ein Aussenseiter zu sein, sondern mit den anderen Kindern dabei zu sein, schwächte das Mädchen und belastete die kleine, zarte Seele sehr.

Dieser Druck allen genügen zu wollen und dazu zu gehören, löste in den sensiblen Mädchen so eine Angst aus, dass wenn sie etwas sagen wolle, die Wörter nicht mehr über ihre Zunge wollten, sondern im Hals stecken blieben. Es gab Zeiten da kamen kaum mehr Wörter.

Das Mobbing bekam - sehr unterhaltsam für andere, wenn trotz aller Bemühungen und Anstrengungen, die Wörter einfach nicht mehr kommen wollten und man ins stottern kommt.

Je älter das Mädchen wurde, je mehr stieg der Druck in der Schule und die Ansprüche der Gesellschaft. Man muss dazu gehören, sich einfügen, zu der Norm passen – eine Schwäche, noch schlimmer eine Behinderung, wenn man dazu viele Dinge anders sieht und anders spürt, wenn man anders ist als die Mehrheit, lebendiger, sensibler und freier, all das darf schon gar nicht sein. Das kleine Mädchen sehnt sich nach der Freiheit, in der Gesellschaft geliebt und geschätzt zu sein, so wie es ist und mag es noch so anders sein, als die meisten anderen. Aber je länger je mehr wuchs der Druck, das Gefühl es niemals zu schaffen, sich anzupassen und mitzukommen wuchs und wuchs. Es wurde dunkel um das Mädchen und es begann eine Zeit, wo es oft oben am Fenster stand und darüber nachdachte, wie leicht es doch wäre, dies alles zu beenden.

Aber dann traten wunderbare, sensible Tänzer in das Leben des Mädchens und sie trugen es in eine andere Welt. Diese vierbeinigen starken Wesen, flüsterten in das geschundene und verwundete Herz und sie liebten es, genau so wie es ist und das an jedem einzelnen Tag, immer. Das Mädchen durfte sich stolz und selbstsicher von diesen grossen, starken Wesen tragen lassen.

Und dann kam er – ein kleiner, plüschiger Engel - der Shetlandponybub Pancho. Er eroberte das Herz des Mädchens im Sturm, er trug es durch alle Stürme die noch folgten und war immer da.

Das Leben des Mädchens wurde heller und heller und die Pferde lernten es, dass es nicht darauf ankommt, ob man ihn die Norm passt, sondern dass wir alle wertvoll und wichtig sind. Unsere Unterschiede machen die Welt erst farbig. Es kommt nicht auf unsere messbaren Leistungen an, sondern darauf, das jeder genau so wie er ist, wertvoll und wichtig ist.

Seit damals entstand in dem Mädchen der Wunsch, dies eines Tages auch anderen Kinder zu ermöglichen. Das gemeinsame Aufwachsen mit Ponys, diesen magischen, so heilsamen Wesen.

Wie viele Kinder leiden heute schrecklich - der Druck in der Schule wächst immer weiter, nur wer in Mathe und Englisch begabt ist, ist gescheit und gut, alle andern, können sie noch so gut mit Menschen umgehen oder eine Strasse bauen, sind wertlos und dumm. Viele Kinder werden alleine gelassen und abgegeben, die Eltern sind kaum da und wer nicht die neusten Nike Schuhe oder viele Follower hat, zählt eh nichts. Dazu erleiden tausende Kinder körperliche, wie auch seelische Gewalt und Hunger.

Ach ja und wer reitet, muss das sowieso auf einem grossen Pferd tun und bald viele Schleifen nach Hause bringen.

Aber die Pferde und ganz besonders Pancho retteten damals das Mädchen und ihre Eltern sagen heute, ohne die Ponys wäre Sarah heute nicht mehr hier.

Genau - das ist meine Geschichte. Und mein geliebter Pancho ist, mit seinen 37 Jahren immer noch an meiner Seite und hat mich die längste Zeit meines Lebens begleitet.

Ich habe in meinem Leben viel gelitten und geweint und stand manchmal am Ende aller Dinge. Aber die Pferde waren immer da für mich, ganz egal wie es mir geht oder wie toll mich andere finden. Für mich zählen sie zu den wunderbarsten und grössten Geschenke, die Gott mir je gemacht hat. Sie tragen, sie lieben, sie trösten, sie halten mich; mit einer so grossen, niemals verurteilenden Zuneigung, sie machen stolz und sie schenken mir die Freiheit. Gemeinsam mit meinen Ponys bin ich frei und fliege.

Aus diesem tiefen Herzenswunsch, das was ich mit und durch Pancho erleben durfte, auch anderen Kindern zu ermöglichen entstand unsere Reitschule.

Genauso anders und unabhängig, sensibel und besonders wie mein Leben schon immer war, ist unsere Reitschule heute. Aber ich habe gelernt, anders heisst nicht falsch, sondern genauso richtig und einzigartig besonders.

Wir möchten die Kinder lieben, sie annehmen wie sie sind, ihnen zeigen wie wertvoll sie sind und dass wir nicht alle gleich und in allem gleich gut sein müssen. Jeder geht seinen Weg - das einzige was wir müssen, ist aufeinander achtgeben, für einander da sein und den anderen respektieren und wertschätzen. Den anderen Menschen, sowie das uns anvertraute Tier. Das leben und lernen wir unseren Schülern. Wir haben niemals das Recht, ein anderes Lebewesen zu versklaven und ihm Schmerzen zuzufügen. Sondern wir beschützen und schützen unsere Ponys und wir schenken ihnen die Freiheit, den dann und nur dann, beginnt der gemeinsame, heilende, stärkende und tröstende Tanz, der Licht in das Leben der Kinder bringt und sie spüren lässt, wie wunderbar, einzigartig und geliebt sie sind, immer.

Wollen wir die Welt verbessern, auch für Pferde, müssen wir bei den Kleinsten und Schwächsten anfangen, sie positiv prägen im Umgang mit anderen Lebewesen, sie gemeinsam mit Pferden stärken, sie trösten und ihnen Orte der Ruhe und des Friedens schenken. 

 
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